Keller Fass Handschuhe

Im Weinkeller

Trauben in Wein zu verwandeln, ist ein großes Privileg.

Im Idealfall bist du bei der Weinwerdung einfach nur Beobachter. Zwar entscheidest du im Keller über Maischestandzeit, Pressdruck, Gärtemperatur, Ausbaugebinde, Hefekontakt oder Ausbauzeit, doch ist deine Rolle im Vinifikationsprozess eigentlich auf die eines aufmerksamen Teilnehmers reduziert. Abgesehen von ein wenig Schwefel füge ich dem Wein nichts hinzu und nehme ihm auch nichts weg.

Das Rohmaterial ist entscheidend. Je gesünder, gehaltvoller und ausgewogener deine Trauben sind, desto mehr kannst du dich zurücknehmen. Schon seit einigen Jahren vergären wir unsere Riedenweine spontan, das heißt mit den wilden Hefen, die sich im Weingarten und Keller befinden. Mit dem Jahrgang 2019 machen wir das bei allen Weinen so.
 

Wir reifen unsere Riedenweine ungefähr zwei Jahre in Fässern oder Edelstahltanks auf der Feinhefe. Das macht sie harmonisch, tief und vielschichtig. Gleichzeitig setzen sich in der langen Zeit die Trubstoffe am Boden ab, sodass die Weine auf natürliche Weise blank werden.

Unsere Trauben werden auf natürliche Weise in Wein verwandelt. Sie sind, wie auch die Weingärten, in denen sie wachsen, komplexe Ökosysteme, voller Leben und Energie. In einer ständigen Metamorphose begriffen, finden sie nach einiger Zeit zu einem natürlichen Gleichgewicht, in dem sich Terroir, Jahrgang, die Charakteristika der Rebsorte und das Handwerk des Winzers widerspiegeln.

Im Idealfall bist du bei der Weinwerdung einfach nur Beobachter.

Video-Datei

Gereifte Weine sind ausgewogener & vielschichtiger

Wir glauben, dass ein bisschen mehr Zeit in unserem Keller mehr Freude und mehr Geschmack in eure Gläser bringt.

Die besten Weine, die ich je getrunken haben, waren gereifte Weine. Sie waren feingewoben und harmonisch und gaben den Orten, an denen sie gewachsen waren, eine nachhaltige und vielgestaltige Stimme.   

Als wir mit unserem Weingut in Langenlois starteten, wussten wir, dass wir unseren Weinen in allen Phasen der Weinwerdung die Zeit und Freiheit gönnen wollen, die sie brauchen, um auf natürlichem Weg ihre Trinkreife zu finden. Wir beschlossen, sie lange Zeit auf der Hefe zu lassen, um ihnen Stabilität und Langlebigkeit mit auf den Weg zu geben und sie erst dann freizugeben, wenn sie ihren ersten Reifehöhepunkt erreicht hatten.

Das kühle Klima des Kamptals, der lange Vegetationsverlauf und die später Reife, die tendenziell hohen Säure- und Extraktwerte und die grundsätzliche Eignung von Riesling und Grünem Veltliner sich langsam zu entwickeln, bieten ideale Voraussetzungen für eine bedächtige Evolution in Fass und Flasche.

Unsere Terroirweine kommen nach drei bis fünf Jahren Reifung auf den Markt.

Trinkreife

Weiterlesen

Weiterentwicklung durch Experimente

Am Anfang gehst du keine Risiken ein. Im Gegenteil. Der Anfang ist Abenteuer genug. Du schaust darauf, wie andere an ihre Weingärten herangehen, liest viel, versuchst deine Rieden und Weingärten zu verstehen und hörst den alten Winzern im Ort zu, wenn sie von ihrer Zeit in den Weinbergen erzählen.

Mit zunehmender Erfahrung und wachsendem Verständnis für die natürlichen Zusammenhänge in den Weingärten und im Keller beginnst du dann langsam deinen eigenen Ideen Gestalt zu geben. Auch weil du weißt, dass große Weine nie nach Rezept entstehen, sondern durch das Zusammenspiel aus großen Terroirs, Feingefühl und persönlicher Handschrift.

Wir haben in den letzten Jahren die ausgetretenen Pfade immer öfter verlassen und sind unsere eigenen Wege gegangen. Im Weingarten stellen wir gerade auf biodynamischen Weinbau um. Im Keller wiederum vergären wir mittlerweile alle Weine spontan, filtern, wenn überhaupt, nur noch grob, schwefeln wenig und gönnen unseren Weinen Ausbauzeiten bis zu fünf Jahren. Außerdem probieren wir uns an Sekten, Pet-Nats und maischevergorenen Weinen.

Große Weine entstehen durch das Zusammenspiel aus großen Terroirs, Feingefühl und persönlicher Handschrift.

Naturkork für große Weine

Alle unsere Terroirweine werden verkorkt. Das ist eine wohl überlegte, über Jahre gereifte Entscheidung. Der ästhetische Aspekt ist dabei Nebensache. Viel wichtiger ist uns dagegen, dass Kork elastisch, gasdicht, stabil und beständig gegen Alkohol und Säuren ist. Durch seine vielen Zellen, die mit Luft gefüllt sind und beim Einstoßen in die Flasche komprimiert werden, gibt er für etwa ein Jahr Sauerstoff an den Wein ab – so findet also auch nach dem Verkorken über einige Zeit ein minimaler Luftaustausch statt und führt zur Bildung komplexer und vielschichtiger Aromen und einer ausgewogenen, tiefen und stoffigen Textur.

Unsere Terrassenweine werden hingegen mit Drehverschlüssen verschraubt, der – absolut luftdicht – ebenfalls eine langsame und gleichmäßige Entwicklung garantiert. Für Weine, die in einem Zeitfenster von zwei bis fünf Jahren getrunken werden, sind sie unserer Ansicht nach die ideale Lösung.

Weine

Weiterlesen

Handarbeit

Weiterlesen

Biodynamie

Weiterlesen