Die Blüte Mitte Juni verlief ohne nennenswerte Störungen – ein idealer Ausgangspunkt für einen Jahrgang, der sich bald als sehr ausbalanciert erweisen sollte.
Der Juli brachte mit seinen rund 130 Litern Regen pro Quadratmeter mehr Wasser für unsere Böden sowie eine deutliche Abkühlung, die nicht so typisch für unsere Region ist. Damit verlangsamte sich auch das vegetative Wachstum: Die Beeren blieben noch klein, die Laubwand gestaltete sich locker – mit Hilfe unserer händischen Arbeit. Als dann im August sehr warmes Wetter in das Kamptal einzog, waren die Reben bereit, richtig loszulegen mit Wachstum, und konnten sich ganz allmählich auf die Reifeperiode einstellen.
Der Startschuss fiel am 3. September – rund zehn Tage später als im Vorjahr. Begonnen wurde mit unseren frühen Sorten. Diese ersten Lesetage schenkten uns frische, fruchtbetonte Chargen – ideal für unsere Weine die wir ab dem Frühjahr 2026 präsentieren werden.
Kurz darauf folgten die Trauben für unsere Sektgrundweine aus Grüner Veltliner, Riesling, Weißburgunder und Chardonnay. Die Säure war lebendig, die Aromatik fein und klar – Anzeichen eines Jahrgangs mit viel Eleganz und Spannung.
Die Witterung blieb zunächst stabil, bis am 10. September ein kräftiger Regen mit über 22 Litern pro Quadratmeter die Lese kurzzeitig stoppte. Die Reben verkrafteten die Feuchtigkeit gut, und es war sicherlich auch wichtig für unsere Grüner-Veltliner-Weingärten, damit sie eine gute Reife bekommen – dies ist speziell wichtig, wenn die Erträge sehr gut ausfallen.
In der letzten Septemberwoche folgte eine kurze Lesepause, um die Böden zu schonen und die Reifeentwicklung neu zu bewerten. Besonders in den kühleren Frostlagen war Vorsicht geboten, da dort das Laub durch zwei Nächte mit Minusgraden bereits zu welken begann.
Die Ernte endete schließlich am 10. Oktober in den Weingärten am Hasel. Die letzten Grüner Veltliner aus unserer händisch gepflegten Minimalschnittanlage zeigten sich nochmals von ihrer besten Seite: aromatisch, dicht und präzise. Mengenmäßig liegt der Jahrgang rund ein Drittel über 2024 – ein erfreuliches Resultat nach den frostbedingten Ausfällen des Vorjahres.
2025 ist ein Jahr der Balance und des Maßhaltens. Kein lauter Jahrgang, sondern einer, der durch Präzision, Klarheit und Natürlichkeit besticht.